Rheinbrau Bahnfahrt

20.06.2012
Bahnfahrt durch Rheinbraungelände

Auf der Nord-Süd-Bahn durch das Braunkohle-Revier, 20.6.12

Die Einladung der Senioren-Union Hürth zu einer Informationsfahrt durch das Braunkohlerevier ist sehr gut angenommen worden. Statt der angegebenen Höchstzahl von 30 waren 40 Interessierte gekommen – und das bei anhaltendem Regen.

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Punkt 10 Uhr hob sich die Schranke und nach Entrichtung eines erträglichen Obolus an den Schatzmeister, Herrn Schürmann, der übrigens die ganze Organisation zu leisten hatte, enterten wir den „Samba-Wagen“, den einzigen überlebenden Triebwagen der RWE-Power-AG.

Die Sitze waren ein bisschen eng, dafür aber waren die Tische gedeckt für eine Kaffeetafel. Begrüßungen und Unterhaltungen waren so lebhaft, dass der Beauftragte der RWE, Herr Maqua, zunächst Mühe hatte, im ganzen Wagen gehört zu werden. Zum Glück hatte Herr Maqua eine klare, laute Stimme, die die noch gelegentlich geführten Tischgespräche übertönte. 

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Wir erfuhren zunächst die Streckenführung der Nord-Süd-Bahn. Sie führt doppelgleisig von unserem Standort Berrenrath-Ville über Grefrath, Bergheim zu den Kraftwerken Niederzier, Neurath bis Frimmersdorf, Gesamtlänge 34 km. Zur Veranschaulichung, besonders für die „Fast-Ortsunkundigen“ wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn man die Streckenführung mit der Lage der Kraftwerke auf einer kleinen Karte (siehe unten) hätte verfolgen können.

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Einen kurzen Halt gab es auf der Horremer Brücke, 30 Meter unter uns die Bahnlinie Köln-Aachen. Auf der Weiterfahrt nach Niederzier fütterte uns Herr Maqua mit einer Fülle von Informationen. In Erinnerung geblieben sind einige erstaunliche Fakten von allgemeinem Interesse: .

Wussten Sie schon? (Ich nicht!)

  • dass im rheinischen Tagebau jährlich fast 100 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut werden?
  • dass 40 % des in NRW erzeugten Stroms aus den Kraftwerken unseres Reviers kommen, das sind 13 % der gesamten Stromproduktion der Bundesrepublik?
  • dass das Bahnstreckennetz des Reviers über 300 km lang ist, also etwa von Köln bis Hannover reichen würde?   

Wir passierten Niederaußem mit den großen Treibhausanlagen, die von der Abwärme der Kraftwerke unterhalten werden. Der noch immer anhaltende Nieselregen beeinträchtigte die Sicht und den Eindruck dieser weiten Anlage.

Wir näherten uns den Kraftwerken von Neurath mit den neuen „BoA-Blöcken“ (= Braunkohleblöcke mit optimierter Anlagentechnik). Ihre Bauart gilt weltweit als die modernste. Was Herr Maqua uns dazu an Interessantem erklärt hat, sollte man im Internet nachlesen.

Der Eindruck der Gesamtanlage ist überwältigend, Kühltürme und Blöcke sind über 170 Meter hoch (Kölner Dom 157 Meter). Das mächtige Volumen der Türme lässt diese enorme Höhe nicht vermuten.

Wir waren am Endpunkt der Reise angelangt. Unser Wagen hielt auf dem Kohlebunker der Neurather Werke. Dieser Bunker – ähnliche haben die anderen Kraftwerke –

hat gewaltige Ausmaße: er ist 313 m lang, 33 m breit und 25 m tief, Fassungsvermögen 55.000 Tonnen Kohle. Es ist ein sog. „Schlitzbunker“, und direkt an so einem „Schlitz“ stand unser Wagen. Wir konnten in die Tiefe schauen, zum Glück saßen wir in keinem Kippwagen. Die Kohlezüge kippen ihre Fracht durch die lange schmale Öffnung (Schlitz) in die Tiefe, 1.400 Tonnen in 7 Minuten. Die Kohle wird, nach unterschiedlichen Qualitäten, im Bunker zwischengelagert und über Schaufelbagger den Öfen der Kraftwerke zur Verstromung zugeführt. RWE-Power verfügt insgesamt über 20 Kohlezüge, pro Zug 14 Waggons, je Waggon 1.400 Tonnen Ladung. Die Züge fahren rund um die Uhr in drei Schichten. So transportieren die Kohlezüge des Reviers im Jahr gegen 65 Millionen Tonnen.RWEEisenbahn2012001

Da der Regen endlich aufgehört hatte, konnte man auf der Rückfahrt in Ruhe nochmal bestaunen, was man auf der Hinfahrt vielleicht nur flüchtig wahrgenommen hatte. Am Ausgangspunkt der Fahrt angekommen, brachten wir dank der Initiative unseres Leiters Herrn Schürmann noch ein Gruppenbild zustande. 

Schlussbemerkung: Es war eine sehr informative Fahrt – einschließlich Begegnung und Unterhaltung mit Freunden und Bekannten. 

 Bericht von Rudi Linse.untitled