Mehrtagesfahrt Berlin: 14-20.06.2015

Fahrt: Berlin 14-20.6.2015

Jahresfahrt 2015 der Senioren-Union Hürth nach Berlin und in den Spreewald vom 14. bis 20.6. 2015

Die Fahrt stand unter dem Titel:

2015: 70 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg und 25 Jahre Deutsche Einheit.

Eine historisch-politische Spurensuche in Berlin.

Die Idee zu dieser Reise hatte die Senioren-Union Hürth. Unter Mithilfe von Herrn Richard Blömer,  Tagungsleiter der Karl-Arnold-Stiftung, den wir von früheren Reisen als exzellenten Reiseführer in guter Erinnerung hatten, wurde das Programm für diese Studienfahrt zusammen gestellt und verantwortlich von der Karl-Arnold-Stiftung e.V. durchgeführt.

Unser Fahrer Frank von der Fa. Fulgraff hat uns sicher und zuverlässig zu allen Orten gefahren und auch schwierige Verkehrssituationen in der Hauptstadt ruhig und überlegt gemeistert.

Berlin0620150001Am Sonntag, 14. Juni fuhren wir pünktlich um 7,30 Uhr vom Busbahnhof am Hürth-Park ab. In der Komödienstrasse in Köln stiegen noch weitere Gäste zu.P1040733

Um 14 Uhr erreichten wir Magdeburg, Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Die Stadtführerin, Frau Karin Frank, erwartete uns, wir hatten eine etwa 1stündige Führung durch die Innenstadt, bei der wir einiges über die Geschichte Magdeburgs, das erstmals 805 urkundlich erwähnt wurde, erfuhren. Magdeburg war, wie viele deutsche Städte nach dem

2. Weltkrieg, sehr zerstört. Es entstanden sehr viele Plattenbauten, alte beschädigte historische Gebäude wurden nicht restauriert. Interessant für alle war das Hundertwasserhaus, „Die Gr

üne Zitadelle von Magdeburg“. Die Idee zu diesem Haus entstand durch einen Kindermalwettbewerb bei dem Kinder gefragt wurden,  wie sie wohnen möchten.

Gegen 18.00 Uhr erreichten wir unser Hotel in Berlin. Die Lage des Hotels ist sehr günstig, denn es ist nur ca. 200m vom Kurfürstendamm entfernt, man kann vieles zu Fuß erkunden.

Montag, 15.6.

Mit der Stadtführerin, Frau Adelheid Pupka, unternahmen wir eine große Stadtrundfahrt durch Berlin. Wir sahen bedeutende Gebäude und Gedenkstätten aus der Geschichte Berlins als alte und neue Hauptstadt.

Berlin0620150003Am Gendarmen Markt war unser erster Halt. Nach der Mittagspause besuchten wir im Deutschen Historischen Museum die Sonderausstellung anlässlich des 70. Jahrestages der deutschen Kapitulation. Die Ausstellung beleuchtet die Situation, den Zustand und die damit verbundenen Schwierigkeiten für die Menschen 1945 nach Kriegsende.Berlin0620150004

Unser nächster Programmpunkt war der Besuch des Paul-Löbe-Haus. Auf dem Weg dorthin fuhren wir entlang der East-Side Gallery, einem Teilstück der Berliner Mauer. Künstler aus vielen Ländern haben dieses Stück Mauer, das 1,2 km lang ist, bemalt.

Im Paul- Löbe -Haus hatten wir eine interessante Diskussion mit Herrn Prof. Dr. Heribert Hirte.

Er vertritt die Kölner Stadtteile Rodenkirchen, Lindenthal sowie den südlichen Teil der Kölner Innenstadt im Parlament und ist in verschiedenen Ausschüssen tätig.

Nach einem Imbiss im Besucherrestaurant des Paul-Löbe-Hauses erreichten wir durch den Versorgungstunnel den Deutschen Bundestag.

Berlin0620150005Berlin0620150006Der Aufgang in die gläserne Kuppel war ein besonderes Erlebnis. In der Abendsonne hatten wir einen wunderbaren Blick über Berlin und die vielen markanten Gebäude in der nahen und weiteren Umgebung.

Ein Mitarbeiter des Besucherdienstes erklärte uns im Plenarsaal, wo wir auf der Besucher-Tribüne Platz nahmen, einiges über den Umbau und den Bau der gläsernen Kuppel, die Verteilung der Sitze im Parlament und wir erfuhren, dass es verschiedene Ausformungen des Bundesadlers gibt.

Es war ein langer aber interessanter Tag. Gegen 22.00 Uhr fuhren wir zurück zum Hotel.

Dienstag, 16. Juni.

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Waldfriedhof Halbe. Er ist einer der größten Kriegsgräberstätten in Deutschland. Dort ruhen mehr als 28.000 Opfer des 2. Weltkrieges, Soldaten, Zivilisten, Deserteure und Verstorbene aus den sowjetischen Lagern die bis 1947 bestanden haben.

Berlin0620150007Wir fuhren weiter nach Lübben im Spreewald.

Berlin0620150008Frau Marga Morgenstern in ihrer wendischen Tracht erwartete uns. Sie ist eine echte Spreewälderin, bei ihren Erzählungen über die alten Sitten und Gebräuche der Sorben im Spreewald kommt dies immer wieder zum Ausdruck. Den Namen „Sorben“ mag sie nicht, sie ist eine „Wendsche“, das betont sie. Im Schloss-Museum Lübben sahen wir das Trauzimmer und den Wappensaal.

Frau Morgenstern begleitete uns auch bei der folgenden ca. 2 stündigen Bootsfahrt durch die verwunschenen Fließe des Spreewaldes. Die Boote werden mit einem „Rudel“, einer über 4 Meter langen Stange aus Eschenholz, fortbewegt. Außenbordmotoren sind verboten. Seit 1991 ist der Spreewald von der UNSCO als Biosphärenreservat anerkannt.

Um ca. 19,00 Uhr waren wir zurück in Berlin in unserem Hotel.

Mittwoch, 17. Juni

Die Ereignisse des 17. Juni 1953 standen passend zum Datum auf dem Programm. Wir fuhren durch den östlichen Teil von Berlin. An diesem Tag war Frau Adelheid Pupka aus Potsdam wieder die Reiseleiterin.

Unser nächstes Ziel waren die Seelower Höhen, wo im April 1945 der Kampf um Berlin stattfand. Zehntausende russische und deutsche Soldaten wurden getötet. Herr Gerd-Ulrich Herrmann, Leiter der Gedenkstätte, hat uns die Entstehungsgeschichte erklärt und und über den Friedhof geführt. Heute sind die Seelower Höhen eine anerkannte Gedenkstätte für  sowjetische Kriegsgefallene.

Berlin0620150009Berlin0620150010Eindrucksvoll, fast brutal war die Filmvorführung „Ein Schlachtfeld vor Berlin“.

Wir fuhren weiter über die B1 Richtung Osten. Durch eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft mit Wäldern, riesigen Feldern und langen, breiten Alleen. Auf Schloss Neuhardenberg, in sehr gepflegtem Ambiente, hatten wir unsere Mittagspause. Schloss Neuhardenberg war ein Geschenk von König Friedrich Wilhelm III an Karl August von Hardenberg wegen seiner Verdienste für den Staat.  Die Stein-Hardenberg´schen Reformen, Einführung der allgemeinen Schulpflicht, Abschaffung der Leibeigenschaft u.a. gehen auf ihn zurück.

Schloss Neuhardenberg und die Kirche wurden von Karl Friedrich Schinkel entworfen.  Im  Schloss ist ein Fünf-Sterne Hotel untergebracht, zusammen mit dem weitläufigen Park wird die Anlage für kulturelle Veranstaltungen, Seminare, Ausstellungen, Konzerte, Tagungen usw. genutzt.

Donnerstag, 18. Juni

Da unser Busfahrer Frank auf Grund der Vorschriften einen Ruhetag einlegen musste, den wir alle ihm von Herzen gönnten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Bundeskanzleramt. Nach der genauen Kontrolle der einzelnen Personen und aller Taschen durften wir das großzügig gestaltete Kanzleramt betreten. Frau Höltkemeier vom Besucherdienst hat uns den Tagesablauf der Kanzlerin geschildert und berichtet, dass Frau Merkel meist früh morgens um 6 Uhr in ihren Räumen ist und gegen 7,30 Uhr ihre Mitarbeiter eintreffen. Die Arbeitsräume der Kanzlerin und das Büro von Herrn Peter Altmaier, Chef des Kanzleramtes, und weiterer Mitarbeiter befinden sich in der 6. Etage, die für Besucher nicht zugänglich ist. Frau Merkel hat eine private Wohnung in der Hauptstadt, sie wohnt nicht im Kanzleramt.

Berlin0620150011Berlin0620150012Die Portraits aller bisherigen Kanzler sahen wir in der „Ahnengalerie“. Interessant war auch die  Ausstellung diverser Staatsgeschenke, die von Staatsgästen aus aller Welt bei ihren Besuchen überreicht wurden.

Der Nachmittag stand den Teilnehmern zur freien Verfügung.

Freitag, 19. Juni

Das geplante Gespräch mit der Bürgerrechtlerin, Zeitzeugin Frau Vera Lengsfeld konnte leider nicht stattfinden, weil Frau Lengsfeld nicht erschien und auch telefonisch nicht erreichbar war.

Herr Blömer hat die Zeit genutzt und einen Rückblick über die vergangenen Tage gehalten.

Der nächste Programmpunkt war der Besuch des Berliner Abgeordneten Hauses.

Das ehemalige Gebäude des Preußischen Landtags ist heute Sitz des Abgeordnetenhauses von Berlin. Seit seiner Einweihung 1899 ist das Haus für viele verschiedene Funktionen genutzt worden. In der DDR-Zeit war es u.a. Abhörstandort des Ministeriums für Staatssicherheit, der „Stasi“.

Die Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhaus, Frau Anja Schillhaneck (die Grünen), war erschienen und stand uns für ein Gespräch zur Verfügung. Sie informierte uns über die unterschiedlichen Aufgaben der Abgeordneten, wie die Wahl des ersten Bürgermeisters von Berlin.

Nach der Mittagspause stand der Besuch des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf unserem Programm.

Herr  Rene Jaruzalski gab uns Auskunft über die vielfältigen Aufgaben und Abteilungen des Ministerium. Das Ministerium hat verschiedene Bürgertelefone eingerichtet, an das sich Bürger bei Bedarf wenden können.

Der Rest des Tages war zur freien Verfügung.

Samstag, 20. Juni

Es heißt Abschied nehmen von Berlin. Um 7,45 Uhr stand unser Bus bereit um die  Koffer einzuladen, und pünklich 8,00 Uhr traten wir unsere Heimreise an. Ohne Probleme erreichten wir gegen 17,00 Uhr Hürth.

Eine abwechslungsreiche, interssante Woche, in der wir viele neue Eindrücke erfahren durften, ist zu Ende gegangen. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint, es war nicht zu warm aber auch nicht zu kalt, angenehme Temperaturen für eine solche Reise.

Loni Fries

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